Leistungsprüfung

Prüf- und Selektionsprogramm


 

Leistungsprüfung

Die Leistungsprüfungsergebnisse sind fester Bestandteil des Anpaarungs- und Selektionsprogrammes sowie darüber hinaus Grundlage der zielgerichteten Verbesserung der genetischen Leistungsveranlagung. In enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft Frankfurt(Oder), dem LVAT Ruhlsdorf-Groß Kreutz und dem Hybridschweinezuchtverband Nord/Ost arbeitet der Schweinezucht- und Produktionsverband Berlin-Brandenburg eG mit seinen Mitgliedsbetrieben, seiner Besamungsgesellschaft, der Schweinebesamung Belin-Brandenburg/Niedersachsen GmbH und weiteren Vertragspartnern aus der Wirtschaft und Forschung kontinuierlich an der Optimierung der Prüfsysteme und der Zuchtwertfeststellung.

Im Mittelpunkt der integrierten Prüfsysteme stehen die Erfassung der Fruchtbarkeit, Wachstumsleistung, Futterverzehr, Stabilität und Gesundheit ausgerichtet auf die Markterfordernisse und optimale Fleischanteile nach FOM im Bereich von 56 bis 58 %.

Zur Nachweisführung des Zuchterfolges des markhyb®  - Programmes sind  
einige ausgewählte Leistungsdaten dargestellt.

                     Eigenleistungsprüfung der Eber im Feld

Im Jahr 2005 wurden bei unseren Mitgliedern überwiegend Eber in eigener Aufzucht produziert. Damit wird spezifischen genetischen und gesundheitlichen Aspekten Rechnung getragen. Die Kontrolle der Mast- und Ansatzleistung erfolgt in diesem Falle durch die Zuchtinspektoren unseres Verbandes.

Die Ergebnisse der Eber einzelner Rassen aus dem Prüfjahrgang 2005 sind in der Tabelle mitgeteilt.

Rasse

Anzahl

Alter

LTZ g

SSPk mm

MD mm

MFA %

 

 

 

 

 

 

 

DL

54

204

648

11,1

53

59,1

 

 

 

 

 

 

 

DE

55

211

633

10,8

57

59

 

 

 

 

 

 

 

Pi

78

194

656

8,5

68

63,7

 

 

 

 

 

 

 

Ha

7

219

599

10,4

62

60,7

 

 

 

 

 

 

 

Du

30

209

593

9,7

57

60,8

 

 

 

 

 

 

 

Du,HaKrzgn.

226

214

644

8,8

60

61,4

 

 

 

 

 

 

 

75 % Du,Ha Krzg.

43

217

629

8,6

59

61,3

 

 

 

 

 

 

 

 

493

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse der Eigenleistungsprüfung von Jungsauen im SZPV Berlin-Brandenburg 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rasse

DL

DE

DEDL

Rotation

DuDL

Wechsel-

 

 

 

 

 

 

Kreuzung

 

 

 

 

 

 

 

Anzahl geprüfter Sauen

1.733

991

4330

1.113

856

1355

Zitzen

14,2

14,2

14,0

14,3

14,0

14,1

LTZ in g

614

584

615

633

626

620

Speck korrigiert in mm

11,4

11,7

12,5

13,8

10,3

14,0

MFA-Piglog in %

57,7

57,2

57,8

56,3

59,0

56,0

MD – mm

52

52

54

54

54

53

 


Geschwisterleistungsprüfung in der LVA Ruhlsdorf  2005

Merkmal / Rasse  

DL
Kastrate

DE
Kastrate

DS

Pi

HaxDu

       

 

 

u.Rückk.

       

 

   
Anzahl Prüftiere  

243

223

15

97

133

 

 

75

8

7

45

52

Mastleistung      

 

   
Prüftagszunahme

g

         936

931

727

755

874

 

 

-11

-2

-34

-10

-1

Futteraufwand

1:

2,66

2,66

3,23

2,47

2,52

 

 

+0,05

+0,12

+0,1

+0,05

+0,05

Schlachtleistung      

 

   
Innere Länge

cm

103

100

100

97

98

 

 

0

+1

0

0

0

Kotelettfläche

cm2

42,7

43,9

37,3

60,7

53,2

 

 

0

-0,3

+1,2

+0,7

+1,2

FFV

1:

0,45

0,43

0,77

0,20

0,28

 

 

0

+0,01

+0,05

+0,01

-0,02

MFA – Bonn

%

55,2

54,8

47,3

65,0

59,9

 

 

-1,1

-2,1

-4,4

+0,4

-0,7

MFA – FOM

%

54,2

54,6

48,2

61,3

59,2

 

 

+0,2

+0,2

+4,1

-0,7

+0,6

Fleischbeschaffenheit      

 

   
Ph1 – Kotelett  

6,43

6,43

6,44

6,36

6,40

 

 

-0,04

-0,07

-0,01

-0,03

-0,07

Fleischfarbe  

68

68

68

64

70

 

 

0

1

0

  +1

0

* ... Differenz zu 2004 im züchterischen Sinn

 

markhyb - Herkunftsprüfung

Die Prüfung der Endstufenbesamungseber und die spezieller Eber aus der Mutterrassengenetik erfolgt für unterschiedliche Betriebs- und Genetikherkünfte innerhalb des markhyb – Programmes. Dazu werden ausgewählte Ferkelherkünfte in Gruppenprüfung (20 er bzw. 40 er Gruppen) in der LVA Ruhlsdorf nach LVA-Richtlinie geprüft. Im Berichtsjahr konnten 10 Herkünfte kontrolliert werden. In der überwiegenden Anzahl wurde die Standardkonstruktion Pi x F1 getestet.

Zur Eigenkontrolle der Sauengenetik wurden in den Kreuzungen DE x DL ausschließlich Börge, die sogenannten “Abprodukte“  kontrolliert, auch diese Ergebnisse sind beeindruckend. Insgesamt sprechen die Testergebnisse für die Anpaarungsstärke der angebotenen Genetik mit marktgerechten Leistungen.

Herkunftsprüfungen unter Stationsbedingungen    2005

 

 

Genotyp

Anzahl
Stck.

PTZ
g

FUA
kg

IL
cm

KOT
cm2

MF/FOM
%

PH1K

           

 

 

Pi x F1  *

215

880

2,46

100

53,5

57,1

6,32

F1 Börge **

82

890

2,48

100

52,1

56,5

6,31

 *    gewichts- und geschlechtskorrigiert über gesamten Zeitraum 97-05 (GLM – Verfahren)

  ** gewichtskorrigiert auf 85 kg Schlachtmasse (ZDS – Verfahren)

Die im Land Brandeburg begonnene Entwicklung der Qualitätsfleischprogramme wird die künftigen Schwerpunkte der Herkunftsprüfung maßgeblich beeinflussen. Nachweis für die Standartvarianten vor allem zu Qualitätsfragen der Schlachtkörper und zur Fleischbeschaffenheit rücken dabei stärker in den Mittelpunkt.

Aus züchterischer Sicht werden derzeitig vor allem die Möglichkeiten zum Einsatz von stressstabilen Pietrainebern in der Herkunftsprüfung bearbeitet. Auf diesem Wege wird die Produktion streßfreier Masthybriden prüfungsseitig abgeklärt und begleitet.

Die Kontrolle der Fruchtbarkeits- und Aufzuchtleistungen ergab im Jahr 2005 für geprüfte Sauen nachstehende Leistungen:

Merkmal / Rasse

DL

DE

DU

HA

PI

           
Würfe je Sau und Jahr

2,20

2,17

2,27

2,00

2,10

Leb. Geb. Ferkel je Sau und Jahr

24,2

23,8

23,0

17,0

19,8

Aufgez. Ferkel je Sau und Jahr

21,9

20,8

19,5

15,9

15,7

Schwerpunkt ist die weitere Verbesserung und Stabilisierung der Wurfleistungen. Von aktuellem Interesse ist vor allem das Zuchthygienemanagement.

 

markhyb-Fruchtbarkeitsmonitoring

 

Die Befruchtungsleistungen der Besamungseber werden über das verbandsinterne
Fruchtbarkeitsmonitoring gegenwärtig in 29 Betrieben kontrolliert. Dazu konnten
 30.272 Gesamtbelegungen ausgewertet werden. Durch eine Relativierung der
Anpaarungsbetriebe wird der Betriebseffekt weitestgehend reduziert. Die
Befruchtungsleistungen sind nach dem Kürzel BFM bei den kontrollierten Ebern
im Katalog ausgewiesen.

Das markhyb –Fruchtbarkeitsmonitoring 2005 zeigt mit einer Abferkelrate von
81,9 %, 11,2 lebend geborenen Ferkeln je Wurf und einer Ferkelrate von 923
Ferkeln je 100 Belegungen stabile und produktionssichere Leistungen auf
hohem Niveau.

Über die Teilnahme weiterer Betriebe an dieser zusätzlichen Prozesskontrolle
würden wir uns sehr freuen. Ansprechpartner sind die Zuchtinspektoren. 

Befruchtungsleistungen des aktuellen Besamungseberbestandes

SBBN gesamt

Gesamtbelegungen AS ausgewertet 30272 Stck.                                                            

AFR AS                                  81,9 %                                                                                             
FR AS                                      923                                                                                           
lgF/W AS                                11,2 Stck.    

                                                                                     

Rasse/Merkmal      Ges.bel.AS    AFR AS          FR AS         lgF/W AS                                                       

DE                         1701              79,5                 882            11,1
DL                         1480              83,2                  982           11,8
DU                          247              83,4                  817             9,6
LC                           373              90,9                1143           12,5
PI                         26471              81,9                 920            11,2

                                                                                                                                             

Betrieb                                  Bel.AS           AFR%AS      FR AS    lgF/W AS                                                         

1                                           528                81,2              910         11,3
2                                           1601              85,0              911         10,7
3                                           1142              78,6              859         10,9
4                                           775                82,1              880         10,7
5                                           923                83,3              995         11,9
6                                           2370              89,9              1043       11,5
7                                           1083              86,2              907         10,5
8                                           2828              84,1              1016       11,9
9                                           2486              84,6              985         11,7
10                                         2717              78,3              855         10,6
11                                         796                81,7              962         11,7
12                                         88                  81,8              948         11,4            
13                                         2358              84,9              933         11,0
14                                         1020              78,1              803         10,7
15                                         114                65,8              656         10,3
16                                         1208              78,4              901         11,4
17                                         501                71,7              807         11,3
18                                         650                84,3              914         10,8
19                                         2215              80,4              888         11,0
20                                         294                83,4              828         9,9
21                                         1499              78,8              878         11,1
22                                         1157              77,9              882         11,2
23                                         954                76,4              871         11,4
24                                         1587              82,8              973         11,7
25                                         1123              73,2              800         10,9
26                                         685                86,8              1060       12,1
27                                         277                86,7              942         10,9
28                                         574                79,9              855         10,5
29                                         766                80,7              881         10,4

 

Im Feldtest werden die Besamungseber unter Produktionsbedingungen geprüft. Die Anpaarungen erfolgen in  Sauenzuchtanlagen, die Prüfmast in Mastanlagen auf der Basis der Flüssigfütterung. Die Schlachtung der schon als Ferkel mittels Ohrmarke und Kerb, bzw. Tätowierung gekennzeichneten Mastschweine wird routinemäßig in den Vertragsschlachtereien der Mastanlagen vorgenommen. Die Daten aus den Schlachtprotokollen der erkannten Testschweine werden über einen Datenverbund den betreffenden Besamungsebern zugeschrieben.

Diese in der Praxis hoch bewertete Prüfung konnte in den zurückliegenden Jahren weiter ausgebaut und mit den Vertragspartnern weiter stabilisiert werden. Die Leistungsentwicklung belegt die züchterischen Möglichkeiten und den Nutzen des Zuchtprogrammes für die Schweineproduktion im Lande Brandenburg. Gleichfalls erhalten die besamenden Betriebe gesicherte Informationen zur Vererbungsleistung der geprüften Eber. 

 

Feldtestergebnisse von Besamungsebern mit markhyb® - Sauen

Parameter

ME

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anzahl Prüftiere

Stück

2076

1163

1182

1657

1072

1046

1356

1879

1036

Lebenstage

Tage

212

208

208

195

198

197

197

193

188

Schlachtgew. (warm)

kg

90,3

90,2

87,4

90,5

91,6

94,9

92,9

93

92,9

Nettotageszunahme

g

427

433

422

466

465

483

472

483

494

Muskelfleischanteil MFA

%

57,7

58,3

57,1

57,7

58

57

57,5

56,6

55,8

Seitenspeckdicke

mm

 

 

 

 

 

 

16

15

16,8

17,7

 

Fleischdicke

mm

 

 

 

 

 

62,5

60,7

64,2

64,4

Anteil Handelsklasse E

%

85,5

90,8

83,6

89,9

89,9

84,0

79,4

72,1

63,0

Anteil Handelsklasse E + U

%

98,6

99

100

100

100

100

100

100

100

Nachkommenprüfung im Feld für Endstufeneber

Der Feldtest ist ein wichtiger Bestandteil im Leistungsprüfungssystem. Unter Produktionsbedingungen erfolgen Anpaarungen, die Aufzucht bei den Ferkelerzeugern und die Mast in strukturbestimmenden Anlagen des Produktionszweiges. Je Eber werden Anpaarungen in mindestens zwei Betrieben und die Testmast ebenfalls in zwei Betrieben durchgeführt. Nachdem mindestens 20 Nachkommen aus 10 Müttern auf  den Schlachthöfen erkannt  und den Ebern zugeordnet wurden, beginnt die Zuchtwertschätzung. Im Jahr 2005 waren das 49,3 Prüftiere je geprüften Eber. Diese Ergebnisse erfahren eine hohe Akzeptanz bei Ferkelerzeuger- und die Vererbungsleistung kann durch die hohe Zahl der Nachkommen sehr sicher geschätzt werden. Wichtig ist auch das erreichte Prüfniveau, welches in den einzelnen Jahren die Leistungsfähigkeit der Endstufengenetik insgesamt beschreibt. Bis zum Jahr 2001 wurden ausschließlich weibliche Tiere geprüft, seit 2002 jweils 50% Börge und 50% weibliche Tiere. Diese Zusammensetzung ist praxisrelevant und spiegelt die realen Bedingungen am besten wider.

Im gleichem Zuge wurde mit der Erfassung der Fleisch- und Speckdicke begonnen.

 

Nachkommenprüfung auf Fleischleistung im Feldtest 2005

Name            KB-Nr.      Nach-        Netto-        Muskel-     Fleischanteil    HKL       HKL  

                                        kommen   zunahme     dicke          FOM                 E          E und U

                                                             g               mm              %                    %             %

Volkart 60731 63 471 67,1 57,5 88,9 100,0
Vobus 60733 58 503 67,5 57,1 77,6 100,0
Caputh 60729 49 527 65,7 56,8 77,6 100,0
Volanto 60732 51 524 66,7 56,7 82,4 100,0
Monet 60751 46 495 63,7 56,2 82,6 100,0
Sandsturm 60715 48 497 67,1 56,1 64,6 100,0
Jeder 60734 56 483 63,5 56,0 60,7 100,0
Bachus 60744 49 471 64,6 56,0 63,3 100,0
Monat 60750 51 493 63,0 55,9 66,7 100,0
Risar 60746 61 473 62,0 55,8 68,9 100,0
Capul 60747 48 477 62,9 55,8 66,7 100,0
Sanover 60718 21 480 63,3 55,7 47,6 100,0
Rocky 60741 29 516 66,8 55,7 58,6 100,0
Riesel 60745 55 498 63,0 55,5 61,8 100,0
Cansas 60748 32 505 65,6 55,5 50,0 100,0
Rolfo 60743 50 494 63,8 55,4 56,0 100,0
Cant 60752 61 478 63,3 55,4 54,1 100,0
Candus 60749 46 490 61,3 55,3 60,9 100,0
Matrose 60740 61 506 66,8 55,2 54,1 100,0
Corn 60722 48 512 64,1 55,1 52,1 100,0
Rintus 60742 53 489 59,8 53,6 28,3 100,0
gesamt   1036 494 64,4 55,8 63,0 100,0

 

Im Resümee seien Sie versichert, dass wir den Schwerpunkt der weiteren Zuchtarbeit auf kooperativer Basis darauf richten, die Solidität der Leistungsprüfung und Selektion als entscheidende Grundlage zur Erarbeitung des genetischen Fortschrittes auszubauen. Gegenwärtig arbeiten wir daran, gemeinsam mit den Prüfbetrieben nachstehende Leistungskomplexe in die Feldtestprüfung einzubeziehen:

                                                     Erbfehlererfassung

                                                      Trächtigkeitsrate

                                                       Wurfgröße

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